25 Jahre Umweltzentrum in Stapelfeld

2017

„Wo kommen eigentlich die Kartoffeln her?“ – „Wie trenne ich den Müll richtig?“ – „Was hat mein Essen auf dem Teller mit dem Klimaschutz zu tun?“ – alles Fragen, auf die im Stapelfelder Umweltzentrum vor allem Kindern und Jugendlichen die passenden Antworten gegeben werden. Und dies – so hieß es im September 2017 – seit mittlerweile 25 Jahren. Leiter Bernd Kleyboldt präsentierte zu diesem Datum und zur entsprechenden Jubiläumsfeier doch recht beeindruckende Zahlen, denn immerhin gut 70000 Schülerinnen und Schüler seien vor Ort gewesen, um den behutsamen Umgang mit Natur und Umwelt zu erlernen. Dies alles auch mit der Hilfe von eigens dafür von der Schulbehörde zur Verfügung gestellten Lehrkräften. 

Das Umweltzentrum spiegelt dabei auch die Geschichte der Umweltbewegung in der Bundesrepublik wider; denn sie entstand als Reaktion auf Umweltkatastrophen der vorangegangenen Jahrzehnte. Ende der 1980er und zu Beginn der 1990er Jahre erstarkte der Umweltgedanke und auch die Stapelfelder Akademie öffnete sich zunehmend diesen Zukunftsfragen. Da kam es gerade recht, dass die Landesregierung die Einrichtung von Umweltzentren förderte und mit der ehemaligen Stapelfelder Schule, die angekauft worden war, auch entsprechende Räumlichkeiten zur Verfügung standen.

Neben dem Schulgebäude selbst wurde und wird auch der ehemalige Schulgarten genutzt; u. a. für die Arbeit mit Schulklassen, die hier eigene Beete anlegen und pflegen können. Zum Jubiläum 2017 erhielt das Umweltzentrum einen neuen „Sukzessionsgarten“, der die Landschaftsentwicklung seit der letzten Eiszeit veranschaulichen sollte.

Neben der pädagogischen Tätigkeit im Gebäude und Umfeld der ehemaligen Schule gab es im Verlauf des Jahrzehntes auch eine Reihe von Informations- und Diskussionsveranstaltungen. Dazu zählte zum Beispiel ein „Akademieforum am Samstagvormittag“ im Mai 2011 mit dem Titel „Biogas im Brennpunkt der Regionalentwicklung“. Das Bischöflich Münstersche Offizialat in Vechta hatte zuvor eine ethisch fundierte Positionierung zur Biogasnutzung im Oldenburger Münsterland entwickelt. Die dabei erarbeiteten Handlungsempfehlungen sollten der Öffentlichkeit vorgestellt und die Zukunftsperspektiven der Biogasnutzung diskutiert werden.

2012 folgte gemeinsam mit den Jägerschaften der Kreise Cloppenburg und Vechta ein Seminar zum Thema „Naturschutz mit der Landwirtschaft“. Dabei sollten unter anderem die Ursachen für den Rückgang des Niederwildbestandes verdeutlicht und den Jagdpächtern und Landwirten Möglichkeiten aufgezeigt werden, Artenschutzbelange in der Fruchtfolge zu berücksichtigen. 

Im Oktober 2014 fand in Stapelfeld eine Landestagung der Regionalen Umweltbildungszentren und außerschulischen Lernorte Niedersachsens mit über 80 Beteiligten aus mehr als 40 Bildungsstätten statt. In Vorträgen und Workshops ging es um Themen wie „Bionik – Lernen von und mit der Natur“, „Einfälle statt Abfälle – Vom Recycling zum Upcycling“ oder auch um „Impulse
aus dem Fundus der theaterpädagogischen Werkstatt“ für die Umweltbildung (Vortrag Kleyboldt).