Mit einem Festakt feiert die Katholische Akademie Stapelfeld ein besonderes Jubiläum: Seit 50 Jahre ist sie ein Ort der Erwachsenenbildung, der Diskussion und der Begegnung.
Vor zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kirche und dem Bildungssektor betonte Akademiedirektor PD Dr. Marc Röbel die Bedeutung der Erwachsenenbildung für jeden Einzelnen persönlich, aber auch für die Gesellschaft. Seit 50 Jahren sei die Katholische Akademie eine wichtige Bildungseinrichtung im ländlichen Raum, also eine „Akademie auf dem Acker, die Bildung mit Bodenhaftung vermittelt“, blickte Dr. Röbel auf die vergangenen Jahrzehnte zurück und dankte allen Beteiligten. Sein besonderer Dank galt den ehemaligen und vor allem den aktuellen Dozentinnen und Dozenten, die mit ihrem großen persönlichen Engagement Bildung mit dem besonderen „Stapelfelder Spirit“ vermitteln. Die Akademie sei ein wichtiger Ort des direkten Austausches und der Diskussion, in der auch aktuelle politische und gesellschaftliche Themen kritisch hinterfragt werden. „Noch nie war es so leicht sich zu informieren, aber vielleicht noch nie so schwer sich zu orientieren“, verwies Dr. Röbel auf die Gefahren einer zunehmenden Informationsflut durch Künstliche Intelligent (KI) und Digitale Medien.

Foto: Angela von Brill
In seinem Grußwort hob Weihbischof Wilfried Theising die Bedeutung der Akademie als Bildungsort in der Region und weit darüber hinaus hervor. „Die Akademie liegt uns sehr am Herzen und wir werden alles dafür tun, dass sie gut ausgestattet ist und sich weiterentwickeln kann“, betonte der Weihbischof mit Blick in die Zukunft der Akademie. Sie sei ein wichtiger Ort, in der Menschen voneinander lernen und ins Gespräch kommen, um gemeinsam die Zukunft zu gestalten.
Landrat Johann Wimberg machte deutlich, dass die Akademie seit fünf Jahrzehnten ein Ort sei, der mit seinem breitgefächerten Bildungsangebot bei den Menschen auf große Akzeptanz trifft. „Stapelfeld ist kein theologischer Elfenbeinturm. Hier wird eine klare Botschaft formuliert: Hier steht Bildung für alle offen, die bereit sind nachzudenken. Nicht belehren, sondern begegnen, das ist der Geist von Stapelfeld“, so Wimberg.
Dr. Jörg Matzen vom Vorstand des Niedersächsischen Landesverbandes der Heimvolkshochschulen hob die aktuelle Bedeutung der Erwachsenenbildung hervor und warnte vor den Gefahren der heute allgegenwärtigen, aber häufig nicht kritisch hinterfragten Informationen. Zugleich lobte er die Akademie als Bildungseinrichtung, in der Menschen einander auf Augenhöhe begegnen und voneinander lernen.
In seiner Festansprache machte Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) deutlich, wie wichtig die Arbeit der Akademie für die demokratische Entwicklung der Gesellschaft ist und richtete seinen Blick vor allem in die Zukunft. Erwachsenenbildung sei gerade in Zeiten starker Veränderungen und wachsender Unsicherheiten bei den Menschen ein starkes Element die Demokratie zu stärken, betonte Lies. Gerade in einer Zeit großer globaler Herausforderungen und Krisen sei die Akademie für die Menschen ein Ort, um miteinander zu lernen, komplexe Zusammenhänge zu erläutern und sich kritisch auszutauschen. Er machte deutlich, dass Erwachsenenbildung heute mehr ist als klassische Weiterbildung, sondern auch den Raum gibt zur Orientierung, zur Diskussion und zum gesellschaftlichen Miteinander. „Die Herausforderungen der Zeit sind andere als vor zehn Jahren und wenn wir nicht aufpassen, sind sie in zehn Jahren kaum noch lösbar“, mahnte Lies und hob noch einmal die Bedeutung von Erwachsenenbildung und einer offenen und kritischen Diskussion über gesellschaftliche und politische Themen hervor und ist sich sicher, dass die Katholische Akademie auch in den nächsten 50 Jahren ihren Beitrag dazu leisten wird, die Demokratie zu stärken und zu sichern.
(Sigrid Lünnemann)

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