Mitte 1978
„Das was Dr. Schröder und Dr. Hagemann aufgebaut haben, hat für Jahrzehnte die Grundstimmung im Haus geprägt!“ Diese Konstellation sei ein „Glücksfall“ gewesen, ist sich Dr. Heinrich Dickerhoff (Foto) sicher. Er selbst kam als neuer Dozent Mitte 1978 ins Haus. Der gebürtige Bottroper hatte in Münster Katholische Theologie, Geschichte und Judaistik studiert, dort 1981 auch promoviert und sich auf eine freie Dozentenstelle in Stapelfeld beworben. Es passte. Und Dickerhoff blieb, wurde 2006 Pädagogischer Direktor der Einrichtung und ging Ende 2018 in den Ruhestand. Es war von Beginn an „ein sehr offenes Haus“, sagt er. Und immer sei es darum gegangen, ein Bildungshaus mit „niveauvollem Anspruch“ zu sein, dessen Wirken in die ganze Region ausstrahlt.

Foto: Matthias Niehues
In einem Beitrag im Buch zum 40-jährigen Bestehen der Akademie 2016 betonte er zugleich, es sei zu Beginn wohl die Skepsis groß gewesen, ob man hier – „in der tiefsten Provinz“ – Bildung in einem so großen Umfang und auf hohem Niveau erfolgreich anbieten könne. Dieser Anspruch auch vom Vorstand und Direktorium sei aber immer erfüllt worden – auch mit „viel Unterstützung aus Kirche und Gesellschaft“. Man könne schon ein wenig stolz darauf zurückblicken, „dass aus dem Abenteuer Bildung in Stapelfeld eine Erfolgsgeschichte wurde.“
Was der frühere Pädagogische Direktor betont, wird auch vom damaligen Geistlichen Rektor Dr. Wilhelm Hagemann gestützt: „Viele Referenten, die sich bewarben, waren für das Oldenburger Land nicht geeignet. Da gingen dann Seminare auch schon mal daneben. Letztlich etablierten sich die Leute, die sich auf die Mentalität der Oldenburger Münsterländer und Oldenburger einlassen konnten.“
Was mit dazu beitrug, war wohl die persönliche Verankerung der Dozenten in der Region. Sie kamen zwar von weit her, wohnten – und wohnen heute noch – aber letztlich in und um Cloppenburg oder in nicht allzu weiter Entfernung. Sie sorgten auch damit für eine oft enge Bindung der Seminar- oder Kursteilnehmer an die jeweilige Person und an die Institution selbst. Dickerhoff sagt: „Da gab und gibt es Gruppen, die immer wieder kommen; so etwas ist woanders nicht in diesem Ausmaß zu finden. Und es gibt für viele Menschen auch bestimmte Anlässe, die sie gerne regelmäßig nach Stapelfeld führen.“