Fachtagung in der Katholischen Akademie Stapelfeld setzt Impulse zum 50-jährigen Jubiläum
Nicht zurückschauen, sondern nach vorne denken: Mit der zweitägigen Fachtagung „Häuser voller Möglichkeiten – Bildungswelten der Zukunft entwerfen“ hat die Katholische Akademie Stapelfeld im Rahmen der Festwoche zum 50-jährigen Bestehen ein deutliches Zeichen für die Zukunft der Bildungsarbeit gesetzt. Rund um die Frage, wie Bildungshäuser auch künftig Menschen erreichen, Gemeinschaft fördern und inspirierende Lernorte schaffen können, kamen Verantwortliche und Mitarbeitende aus Bildungseinrichtungen, Verbänden und Organisationen zum fachlichen Austausch zusammen.

Foto: Willi Rolfes
Zum Auftakt richtete der Zukunftsforscher Stephan Grabmeier den Blick auf die großen gesellschaftlichen Veränderungen der kommenden Jahre. Er stellte aktuelle Megatrends vor und zeigte auf, welche Auswirkungen Entwicklungen wie Digitalisierung, demografischer Wandel, Nachhaltigkeit und neue Formen der Zusammenarbeit auf Bildungsinstitutionen haben werden. Sein Impuls machte deutlich: Bildungshäuser stehen vor der Aufgabe, sich stetig weiterzuentwickeln und gleichzeitig Orte menschlicher Begegnung zu bleiben. „In diesen beiden Tagen wurde deutlich, dass Bildungshäuser weit mehr sind als Orte der Wissensvermittlung. Sie schaffen Gemeinschaft, ermöglichen Perspektivwechsel und fördern den Dialog. Auch im Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Bildungseinrichtungen wurde deutlich, dass wir in einem ständigen Transformationsprozess sind, den wir als Dozententeam täglich mitbegleiten und gestalten“, betonte KAS-Dozentin Dr. Martina Schumacher.
Im Anschluss arbeiteten die Teilnehmenden in verschiedenen Workshops an konkreten Zukunftsfragen. Dabei ging es nicht nur um theoretische Überlegungen, sondern vor allem um praxisnahe Ansätze für die tägliche Arbeit in Bildungshäusern.
Im Workshop „Marketing für Bildungshäuser – Sichtbarkeit erhöhen und Zielgruppen erreichen“ standen zeitgemäße Kommunikationsstrategien im Mittelpunkt. Diskutiert wurde, wie Bildungseinrichtungen ihre Angebote klar profilieren und neue Zielgruppen ansprechen können. Die Teilnehmenden erhielten Anregungen, wie sie die Besonderheiten ihrer Häuser sichtbar machen und ihre gesellschaftliche Relevanz überzeugend vermitteln können.
Wie stark Räume das Lernen beeinflussen, zeigte der Workshop „Lernraumgestaltung – Räume als Lern- und Begegnungsorte gestalten“. Die Teilnehmenden beschäftigten sich mit der Frage, wie Bildungsorte gestaltet werden müssen, damit sie Kreativität, Austausch und Motivation fördern. Dabei wurde deutlich, dass nicht immer große Investitionen erforderlich sind. Oft können bereits kleine Veränderungen dazu beitragen, Lernräume offener, flexibler und einladender zu gestalten.
Der Workshop „Begeistern, Begegnen, Bewegen – Was macht Seminare lebendig?“ widmete sich dem Kern erfolgreicher Bildungsarbeit. Angesichts einer wachsenden Zahl digitaler Lernangebote stand die Frage im Mittelpunkt, was Präsenzveranstaltungen unverzichtbar macht. Die Antwort der Teilnehmenden war eindeutig: Bildung lebt von Begegnung, Resonanz und persönlicher Beteiligung. Wissen könne digital vermittelt werden – echte Erfahrungen und nachhaltige Lernprozesse entstünden jedoch vor allem dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen.
Neben den fachlichen Impulsen bot die Tagung zahlreiche Gelegenheiten zum Austausch und zur Vernetzung. In Gesprächen wurde deutlich, dass viele Bildungshäuser vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Zugleich zeigte sich ein großer Wille, voneinander zu lernen und gemeinsam neue Wege zu entwickeln.
(Sigrid Lünnemann)