Die 1980er Jahre
Dr. Barbara Kappenberg hat fast 40 Jahre lang (1981 – 2020) an der Stapelfelder Akademie gewirkt. Gebürtig aus Haltern in Westfalen, hatte sie nach dem Abitur katholische Theologie und Germanistik studiert und dann über ein Referendariat in Bielfeld den Weg zur Gymnasiallehrerin eingeschlagen. „Allerdings hatte ich bereits während des Studiums Heinrich Dickerhoff kennengelernt und von Wilfried Hagemann in Münster und Bielefeld gehört.“ Und: Zu Cloppenburg bestanden ohnehin Kontakte, denn hier wohnte die älteste Schwester ihres Vaters.
So kam es auch dazu, dass Barbara Kappenberg im Rahmen einer Ferienreise einen Abstecher nach Stapelfeld machte. Dickerhoff zeigte ihr die Akademie – „dabei habe ich gleich reingeschnuppert in einen Kurs für die Militärseelsorge“. Sie lernte auch das Seminar für Strafgefangene mit ihren Familien und weitere Angebote kennen: „Das hat mich alles sehr interessiert.“
Zu Beginn der 1980er Jahre kam über Dickerhoff die Anfrage, ob sie nicht Interesse an einer Bewerbung hätte: „Es geht um Menschen in schwierigen Lebenssituationen und um die Arbeit mit Jugendlichen“. Lange habe sie überlegt, erinnert sich Kappenberg: „Dann habe ich zugesagt.“ Damals habe es bereits Seminare für Familien mit Inhaftierten oder mit Sucht-/Alkoholkranken gegeben: „Es ging aber auch um andere Formate“. Außerdem sei die Atmosphäre im Dozententeam sehr gut gewesen: „Es gab da durchaus heiße
Diskussionen. Aber auch die klare Ausrichtung an der Frage: Wie wollen wir als Gesellschaft miteinander leben. Wie reagieren auf Herausforderungen, Veränderungen im privaten, familiären, beruflichen, ehrenamtlichen Bereich?“
Kappenbergs erste Kurse ab Herbst 1981 richteten sich angesichts der aktuellen Jugendarbeitslosigkeit an Schüler/innen, die sich im Berufsvorbereitungsjahr befanden. „Alkohol im Betrieb“ war ein weiteres Thema; angeboten in Zusammenarbeit mit dem in Stapelfeld angesiedelten „Arbeitskreis Alkoholismus“. „Damals wusste man über Suchtmechanismen noch wenig“, so Kappenberg, „gemeinsam mit weiteren Expertinnen und Experten wurden entsprechende Konzepte entwickelt.“
Ein weiterer Bereich, der auch intern kontrovers diskutiert wurde, war das Themenfeld Frauenbewegung/Feminismus und die Frage nach spezifischen Angeboten nur für Frauen: Seminare, Bildungsurlaube zu Themen wie Frauen und Kommunikation („Eine Frau – ein Wort!“ / „Reden ist Gold – Schweigen ist Silber“), Frauen und Sprache, Feministische Theologie, Frauen in Kirche und Gesellschaft, Frauen und Kommunalpolitik oder Frauen und Literatur, Frauen in Führungspositionen wurden in das Programm aufgenommen.