März 1878
Wir reisen kurz weit zurück in die Vergangenheit: Am 16. März 1878 wurde auf Burg Dinklage im Oldenburger Münsterland Clemens August Graf von Galen geboren. Er war das elfte von insgesamt 13 Kindern des Grafengeschlechts von Galen, das in Münster und Dinklage beheimatet war. Seinen Namen trägt die Stapelfelder Bildungsstätte; und sie weist damit auf zentrale Anliegen in ihrem Bildungsauftrag hin.
Galen hatte nach dem Abitur in Vechta und dem Studium in
Freiburg/Schweiz und Innsbruck 1904 in Münster die Priesterweihe empfangen. 1919 wurde er Pfarrer von St. Matthias in Berlin und lernte in diesem Zusammenhang auch Nuntius Eugenio Pacelli, den späteren Papst Pius XII. kennen.

Ab 1929 war er Pfarrer von St. Lamberti in Münster und wurde 1933 zum neuen Bischof der Diözese Münster berufen. Als Wappenspruch wählte er „Nec laudibus, nec timore“ („Nicht Menschenlob, nicht Menschenfurcht soll uns bewegen“), was dann auch sein Leitfaden in Zeiten der anbrechenden nationalsozialistischen Zeiten in Deutschland blieb.
Er wandte sich gegen die menschenverachtende Politik der Nazis, war maßgeblich beteiligt an den Protesten der deutschen
Bischöfe. Während des Zweiten Weltkrieges setzte er sich vehement gegen die Beschlagnahmung von Klöstern und die Beschränkungen des kirchlichen Lebens ein. Vor allem äußerte er sich in seiner berühmten Predigt in St. Lamberti im August 1941 gegen die von den Nazis planmäßig durchgeführte Euthanasie und wurde damit zu einem der bekanntesten Regimekritiker.
Von Galen wurde 1946 von Papst Pius XII. in Rom zum Kardinal ernannt. Kurz nach seiner Rückkehr nach Münster starb er am 22. März 1946 an den Folgen eines Blinddarmdurchbruchs. Galen wurde am 9. Oktober 2005 in Rom von Papst Benedikt XVI. seliggesprochen. In der Kapelle der Akademie befindet sich eine Kopie der Totenmaske des Kardinals, die der Einrichtung von der Historikerin Dr. Anna-Maria Zumholz gestiftet wurde.