1976 – 2026
„Respekt“ – so heißt es auf der Einladung des Fördervereins zu einem künstlerischen Wettbewerb anlässlich des Jubiläums der Katholischen Akademie Stapelfeld. „Respekt“, das könnte auch – in aller Kürze – der Titel sein für eine Gesamtgeschichte der Einrichtung.
Respekt – dass es „Stapelfeld“ seit 50 Jahren gibt. Als Einrichtung überstand man finanzielle Krisen und auch die belastende Corona-Zeit, konnte auch die kirchlichen Verantwortlichen immer wieder davon überzeugen, dass das Geld der Kirchensteuerzahler hier exakt richtig angelegt ist. Die erst kürzlich abgeschlossene Sanierung, die die Akademie auch baulich zukunftssicher macht, ist ein beredetes Beispiel dafür.

Foto: Willi Rolfes
Respekt – dass es immer wieder gelungen ist, ein Dozententeam zusammenzustellen, das gemeinsam mit den Gästen des Hauses „an dem Ziel arbeitet, „auf die Fragen der Zeit, der Gesellschaft und der persönlichen Lebensgestaltung Antworten zu geben“, wie es Akademiedirektor PD Dr. Marc Röbel formuliert.
Respekt – dass man trotz aller noch so wichtigen gesamtgesellschaftlichen und übergreifenden Fragestellungen nie die enge Bindung an die Region, an die engere Umwelt verloren hat. „Wir blicken auf Gesellschaft und Kirche im Oldenburger Münsterland und im Oldenburger Land“, sagt der Geschäftsführende Direktor Willi Rolfes: „Wir wollen bezahlbare Angebote machen für die Mitte der Gesellschaft, sind keine elitäre Einrichtung“.
Dozentin Dr. Martina Schumacher (Medienpädagogik) verweist darauf, dass es zwar angesichts zunehmender Polarisierungen schwieriger werde, gesellschaftlich relevante Großthemen zu vermitteln. Nicht nur für Schulen und andere Einrichtungen, sondern auch für sonstige Interessierte gehe es heute zum Beispiel darum, den richtigen Umgang mit den zunehmenden Beleidigungen, Hasskommentaren und Fake News einzuüben und Strategien für eine respektvolle Kommunikation zu erarbeiten.
Maria Jansen – sie leitet das Umweltzentrum und den Bereich „Junge Akademie“ – hat das Ziel, junge Menschen im schulischen wie außerschulischen Bereich zu „kritischem Denken, Kreativität und Engagement“ anzuregen. Auch in den Zeiten, in denen die „Krisenmüdigkeit stärker ausgeprägt ist, haben wir gute Möglichkeiten, Fragen nach gesellschaftlichem Zusammenhalt, zu Umwelt und Nachhaltigkeit oder zur beruflichen Orientierung“ aufzuarbeiten.
Laura Kaiser (Fachbereich Team, Kommunikation, Haltung) verweist darauf, dass es in einer zunehmend komplexer werdenden Arbeitswelt immer mehr darum gehe, „Menschen zusammenzubringen – beruflich wie privat.“ In den Seminaren unter anderem für Erzieher/innen, Sprachheilpädagogen oder Mitarbeitern in der Migrationsarbeit werde ein Hauptaugenmerk auf ein starkes Teamgefühl und konstruktive Konfliktlösungen gelegt.
Stefanie Röhll (Fachbereich Theologie und Lebensdeutung) sieht in Zeiten, in denen „die Zahl der katholischen Bildungshäuser sinkt“, es sehr auch auf eine „ökumenische Öffnung“ und auf einen Raum für „interreligiöse Begegnungen“ ankomme. Ihr Fachbereich, in dem auch die „Fachstelle für Pastorale Bildung und Begleitung“ angesiedelt ist, behandelt Fragestellungen der theologischen Tradition ebenso wie „die Frage nach Gott in den unterschiedlichsten Lebenssituationen“. Da wird die „Religiöse Vielfalt im Oldenburger Land“ ebenso aufgegriffen wie die Frage danach, wie Kinder trauern. Diese Ausschnitte aus der aktuellen Arbeit der Stapelfelder Akademie zeigen, so Akademiedirektor PD Dr. Marc Röbel, dass „wir mit unseren Gästen Antworten auf die Fragen der Zeit, der Gesellschaft und der persönlichen Lebensgestaltung geben möchten“. Der Orientierungsrahmen sei dabei immer „die christliche Botschaft von der unbedingten Würde jedes Menschen“.
Röbel und Rolfes betonen, dass „die Akademie auf dem Acker“ – mitten in einer ländlich und christlich geprägten Region – ein „modernes Bildungshaus ist, das auch viele Menschen aus anderen Gegenden anzieht“. An dieser Entwicklung hätten über die fünf Jahrzehnte viele Menschen mitgewirkt. Gemeinsam habe man einen „Stapelfelder Spirit“ entwickelt.
Das Schlusswort kann da nur heißen: „Respekt!“