Die Frage nach dem „ZusammenHalt“

2017

„ZusammenHalt“ – so lautete das verbindende Jahresthema der Akademie 2017. Ganz in diesem Sinne fanden dann auch besondere Veranstaltungen unter dem Oberbegriff „Bischofstalk“ statt. So diskutierten im Februar der Vechtaer Weihbischof Wilfried Theising und der evangelische Bischof aus Oldenburg, Jan Janssen, anlässlich des Jubiläums „500 Jahre Reformation“.  Moderiert wurde das Gespräch von Pfarrer Dr. Marc Röbel und Kreispfarrer Michael Braun. 

Ob Luther auch ein Reizthema für sie sei, wollten die Moderatoren wissen. Für Janssen war es vor allem die negative Einstellung des Reformators zum Judentum, Theising nannte Luthers häufige Polemik. Positiv sehe er ihn hingegen im Bereich der Rechtfertigungslehre, wenn es um das Verhältnis zwischen Mensch und Gott gehe. Da helfe ihm Luther und seine Theologie sehr. Einig waren sich die Bischöfe bei einem Thema: Die Konfessionen würden heute „so unverkrampft miteinander umgehen wie noch nie“. Und dennoch gebe es Trennendes. Dazu gehörten vor allem die Frage des Abendmahls und das Amtsverständnis. 

Ein weiterer Jahres-Höhepunkt war der „Bischofstalk“ im Juni mit Münster Bischof Felix Genn,  Professor Jörg Zimmermann, Direktor der Karl-Jaspers-Klinik Bad Zwischenahn, Walter Sieveke von der Polizeiinspektion Cloppenburg-Vechta, Tom Dobrowolski, Linken-Politiker aus Löningen, CDU-Bundestagskandidatin Silvia Breher und der Studentin Hannah Siefer.  Den Zusammenhalt in der Gesellschaft, so Genn, sehe er belastet. Die Welt wachse zwar stärker zusammen, aber es wachse auch „stärker das Bedürfnis nach der engeren, der unmittelbaren Heimat.“ Die Frage sei, „wie kriegen wir das hin, wie können wir das sozial zusammenhalten.“ Er betonte, Menschen müssten schon als Kind erfahren, „ich bin gewollt, bejaht, ich gehöre dazu. Das ist das Entscheidende, was die Seele zusammenhält.“

Diese und weitere Veranstaltungen des Jahres sollten laut Akademieleitung auch dabei helfen, eine politische Schlüsselfrage zu beantworten: „Ob und wie eine demokra­tische Gesellschaft zwar integrierend, aber nicht kontur-, gesichts- und wertlos werden kann?“