1990er Jahre
„Justizvollzug im wiedervereinten Deutschland“, so lautete der Titel einer Stapelfelder Veranstaltung im November 1991. Unter der Leitung von Dr. Barbara Kappenberg, Petra Huckemeyer (Justizvollzugsanstalt Vechta), Harald Zimbehl (Hannover) und Gerd Koop (Oldenburg) handelte es sich um eine „Begegnungstagung“ von Mitarbeiter/innen des Justizvollzugs aus den alten und den neuen Bundesländern. Es ging um einen „partnerschaftlichen Fachaustausch zur Förderung des Justizvollzugs im vereinten Deutschland.“
Die Akademie übernahm hier – wie schon seit Beginn der 1980er Jahre – eine Vermittlerrolle, zu der Barbara Kappenberg sagt: „Es ging immer darum, gesellschaftlich wichtige Fragestellungen und Herausforderungen für den Strafvollzug aus verschiedenen Blickwinkeln zu bearbeiten, Erfahrungen auszutauschen und nach neuen Wegen, Strategien und Lösungen zu suchen. Auch darum, eine Brücke zur Öffentlichkeit zu schlagen. Denn der Justizvollzug ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“
Bewährt habe sich hier die seit den 79/80er Jahren bestehende gute Zusammenarbeit mit den Justizvollzugsanstalten in Vechta und Oldenburg, Lingen, Meppen und die Kooperation mit dem Niedersächsischen Justizministerium. Von den bis 2015 alle zwei Jahre stattfindenden „Stapelfelder Fachtagungen“ seien stets wichtige Impulse und Ideen für die Politik, die Justizverwaltung, die Kriminologie und die Strafvollzugspraxis ausgegangen.
Deutlich wird dies auch durch einige daraus entstandene Veröffentlichungen von Kappenberg; u. a. „Selbstbild und Außendarstellung des Justizvollzuges in Deutschland“ (2006), und – gemeinsam mit dem Oldenburger JVA-Leiter Gerd Koop – „Hauptsache ist, dass nichts passiert?“ oder „Weichen gestellt für den Justizvollzug?“ (2016).
Bei der letzten Veröffentlichung handelt es sich um den ersten Band der Schriftenreihe „Forum Strafvollzug“. Die Texte basieren auf den Vorträgen der Fachtagung im September 2015 in Stapelfeld auf der 170 Teilnehmer drei Tage lang über neue Strategien für den Strafvollzug berieten. Am Ende stand als Resümee: „Die Katholische Akademie Stapelfeld hat für den Justizvollzug in Deutschland eine herausragende Bedeutung“.