März 1985
Über die „Geschichte, Struktur und Aufgaben einer Bildungsstätte im Oldenburger Land“, den der Stapelfelder Dozent Dr. Willi Real im März 1985 vor dem Beirat Südoldenburg der Industrie- und Handelskammer hielt, erfahren wir manches Interessante, was die Entwicklung der Heimvolkshochschule im ersten Jahrzehnt ihrer Existenz betrifft. So hören wir, dass 1980 das Gebäude der früheren Stapelfelder Schule angekauft werden konnte. Hier wurden damals Vortragsräume eingerichtet und auch das Pfarrbüro für die Heilig-Kreuz-Gemeinde zog in neue Räumlichkeiten. In die ehemalige Schule zog dann später das Stapelfelder Umweltzentrum ein.

1981 entstand östlich des Hauptgebäudes ein neues Begegnungshaus und im Hauptgebäude selbst wurden Erweiterungs- und Renovierungsarbeiten durchgeführt: im Dachgeschoß entstanden neue Übernachtungsmöglichkeiten und in vielen Zimmern, die bisher über kein eigenes Bad verfügten, wurden Dusche und WC eingebaut. So standen mittlerweile 80 Zimmer mit 129 Betten für die Gäste im Haupthaus zur Verfügung, dazu kamen weitere 24 Zimmer mit 36 Betten im neuen Begegnungshaus.
Die Zahl der fest angestellten Mitarbeiter hatte sich auf 58 erhöht. Zwölf davon waren pädagogische Mitarbeiter, die bei ihren jeweiligen Angeboten von einer Vielzahl auswärtiger Referenten unterstützt wurden. Die Arbeitsschwerpunkte waren mittlerweile etwas erweitert worden. Dazu gehörte ein „Informations- und Bildungsforum“, dass vor allem auch Themen aufgreifen sollte, die mit dem Raum Oldenburger Münsterland/Oldenburger Land in Verbindung standen. Neu geschaffen wurde dabei eine Veranstaltungsreihe unter der Überschrift „Cloppenburger Wirtschaftsgespräche“, die dezidiert auf die Problemlagen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor Ort zugeschnitten waren.
Seit 1980 wurden Jahr für Jahr Fragen behandelt wie: Finanzierungshilfen für die Wirtschaft, Handlungsspielräume der regionalen Wirtschafts- und Strukturpolitik, Konzepte für eine zukunftsorientierte Energiepolitik und das Thema „Arbeitslosigkeit – unser Schicksal?“ Aktuell vorgesehen war für 1985 eine Tagung zum Bereich „Neue Medien – Risiken und Chancen“; es hört sich so an, als könne man diese Themenfolge nahtlos auch im neuen Jahrhundert wieder anbieten!
Die Teilnehmerzahlen für die ja auch zunehmende Zahl an Angeboten in Stapelfeld waren vor allem seit Ende der 1970er Jahre stark angestiegen. Willi Real hatte die Daten zur Hand: Aus den 300 Veranstaltungen im Jahr 1976 waren 1984 insgesamt 630 geworden. Gab es anfangs gut 8000 Teilnehmer an den Seminaren und sonstigen Angeboten, waren es 1984 schon 20500. Wobei ein Großteil der Gäste aus dem Raum Südoldenburg stammte (etwa 60 Prozent), die weiteren 40 Prozent verteilten sich auf Niedersachsen, den Rest der damals noch kleineren Bundesrepublik und auf das Ausland.
Ein Dankeschön richtete der Dozent im Übrigen an den Vorstand des Trägervereins der Heimvolkshochschule. Unter der Regie des damaligen Bürgermeisters der Stadt Cloppenburg, Bernd Thonemann, seien hervorragende Bedingungen für gute Bildungsarbeit geschaffen worden.