Gemeinsam neue Wege finden für den Schutz des Moores

Sigrid Lünnemann

Die Zukunft der Moore und der Landwirtschaft war das bestimmende Thema beim diesjährigen „Tag der Landwirtschaft“ in der Katholischen Akademie Stapelfeld (KAS).

Gemeinsam mit dem Umweltzentrum Stapelfeld (UWZ) unter der Leitung von Maria Jansen wurde unter dem Motto „Mo(o)rgen beginnt heute. Moorbewirtschaftung – ein Zukunftsmodell?“ über einen verantwortungsvollen Umgang mit den landwirtschaftlich genutzten Moorflächen in Niedersachsen diskutiert. „Wir wollen heute miteinander ins Gespräch kommen über Chancen und Grenzen, über Verantwortung und Realismus und über das, was möglich ist. Denn Moorbodenschutz beginnt schon heute“, machte Maria Jansen bei der Begrüßung deutlich.

Vor dem Hintergrund der Klimaerwärmung kommt dem Moor in Niedersachsen eine wichtige Rolle bei der Reduzierung von Treibhausgasemissionen zu. Moore sind durch die Speicherung von Kohlenstoff in Form von Torf effektive C02-Speicher. Sobald die Moore trockengelegt werden, wird der gespeicherte Kohlenstoff als Treibhausgas wieder freigesetzt und heizt den Klimawandel zusätzlich an.

Weihbischof Wilfried Theising, Johanna Muke und Jessica K. Meißner von der Kompetenzstelle Paludikultur, Uwe Schröder vom Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems, die Landwirte Heidi Schulze und Felix Hilgefort sowie KAS-Dozentin Maria Jansen und Akademiedirektor Pfarrer PD Dr. Marc Röbel sorgten am Tag der Landwirtschaft für Information und Diskussion.
©Sigrid Lünnemann
Weihbischof Wilfried Theising, Johanna Muke und Jessica K. Meißner von der Kompetenzstelle Paludikultur, Uwe Schröder vom Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems, die Landwirte Heidi Schulze und Felix Hilgefort sowie KAS-Dozentin Maria Jansen und Akademiedirektor Pfarrer PD Dr. Marc Röbel sorgten am Tag der Landwirtschaft für Information und Diskussion.

Nach den Grußworten von Weihbischof Wilfried Theising und Akademiedirektor Pfarrer PD Dr. Marc Röbel gab Gastredner Uwe Schröder vom Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems detaillierte Einblick in die aktuellen Entwicklungen im Moorbodenschutz. Schröder machte deutlich, dass in Niedersachsen der Großteil der deutschen Moorflächen liegen, die im erheblichen Maße landwirtschaftlich bewirtschaftet werden. Die angestrebte Reduzierung der Treibhausgasemissionen und damit das Erreichen der deutschen Klimaschutzziele sei daher nur in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft möglich, so Schröder. Auf der Grundlage der aktuellen Entwicklungen stellte er zudem alternative Bewirtschaftungsmöglichkeiten, rechtliche Grundlagen und staatliche Förderkonzepte für eine innovative Bewirtschaftung der Moorgebiete vor.

Zur Wiederherstellung der Moore und der damit verbundenen Senkung der Emissionen ist eine ganzjährige Anhebung des Wasserstandes auf den Moorflächen notwendig, die unweigerlich erhebliche Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Bewirtschaftung und die nachgelagerten Wirtschaftsbereiche haben wird. Alternative Nutzungskonzepte stellten Jessica K. Meißner und Johanna Muke von der Kompetenzstelle Paludikultur vor. Bei der Paludikultur werden Pflanzen wie Schilf, Rohrkolben oder Torfmoose angebaut, deren Biomasse als nachwachsender Rohstoff genutzt wird. Einsatzmöglichkeiten gibt es in der Herstellung von Baustoffen, als Dämmmaterial oder in der Verpackungsindustrie. Die Methode kombiniert Klimaschutz mit landwirtschaftlicher Nutzung und bietet damit Alternativen zur Bewirtschaftung trockengelegter Moorgebiete.

Bei der anschließenden Diskussion mit den Fachreferenten und zwei betroffenen Vertretern aus der Landwirtschaft wurde deutlich, dass es eine große Bereitschaft in der Landwirtschaft gibt, sich den neuen Herausforderungen zu stellen und aktiv am Klima- und Moorschutz mitzuwirken. Heidi Schulze, Landwirtin aus Ostercappeln, und Felix Hilgefort, Landwirt aus Menslage, machten jedoch auch deutlich, dass landwirtschaftliche Betriebe auf langfristige Planungssicherheit und klare staatliche Vorgaben angewiesen sind. „Es geht nur im Miteinander. Landwirtschaft und Politik müssen sich öffnen und wir müssen diesen schwierigen Spagat hinbekommen zwischen Wirtschaftlichkeit und den geforderten Maßnahmen. Die neue Generation an Landwirten ist offen für Neues“, betonte Felix Hilgefort.

Zum Abschluss machte Maria Jansen von der gastgebenden Akademie deutlich, dass der Abend nur der Beginn einer intensiven Auseinandersetzung sein konnte und versicherte, dass es auch in Zukunft informative Vorträge und kritische Diskussionen zu diesem wichtigen Zukunftsthema geben wird.