Im Blick: die Bildungs­bedürfnisse

September 1976

Am 1. September 1976 trat Dr. Franz-Josef Schröder als neuer Leiter der gerade erst eröffneten Heimvolkshochschule Kardinal von Galen seinen Dienst an. Und das mit „besten Voraussetzungen“, wie er sich in einem Rückblick im Jahr 1984 erinnert. Und doch: Noch war vieles zu tun, die Abläufe innerhalb des Hauses mussten sich erst einspielen, die Mitarbeiter der ersten Stunde ihre jeweiligen Angebote im Oldenburger Münsterland und da­rüber hinaus im gesamten Offizialatsbezirk Oldenburg „unter die Leute bringen“.

Das erste Programmheft für 1976 – ver­antwortet von Direktor Plettendorf – liegt uns heute noch vor. Rund um Plettendorf (später Dr. Schröder) und dem Geistlichen Rektor Dr. Wilfried Hagemann gab es ein vierköpfiges Dozententeam, das in den von der Satzung vorgegebenen Bereichen Theologie, Gesellschaftspolitik, Sozialpädagogik und Ehe und Familie tätig wurde. „Es versucht“, so Plettendorf, „den Bildungs­bedürfnissen der Oldenburger Katholiken Rechnung zu tragen“. Und es sollte dazu beitragen, „dass die Heimvolkshochschule für alle Interessierten im Oldenburger Land eine geistige Heimat“ wird. 

Schon vor der eigentlichen Eröffnung finden wir so ab dem 1. April 1976 Weiter­bildungskurse für Pfarrhaushälterinnen (Einführung in die Bibel), für Mitarbeiterinnen aus Kindergärten und Mitarbeiterschulungen in den katholischen Jugendverbänden sowie den Schülervertretungen an den weiterführenden Schulen. 

Aber es gab auch Versuche, Stapelfeld als allgemeines Diskussionsforum für anstehende gesellschaftliche und religiöse Fragen
zu etablieren. „Clubabende“ nannte sich dieses erste Format, in dem zum Beispiel Professor Dr. Josef Pieper aus Münster zum Thema „Wie kann ich glauben?“ referierte oder Niedersachsens Kultusminister Dr. Werner Remmers die „Bildungspolitik der neuen Landesregierung“ vorstellte.

Welche gesellschaftlichen Gruppen wurden angesprochen? Nun, vieles kommt uns dabei heute noch bekannt vor: Bundeswehrsoldaten kamen zu einer „Werkwoche“, Vechtaer Studenten wurden zu Besinnungstagen eingeladen und dabei von Dr. Hagemann angeleitet. Und es kamen externe Referenten ins Haus, um zum Beispiel Erzieherinnen „psychologische Grundbegriffe“ näher zu bringen (Professorin Dr. Krenn aus Vechta).  

Die „besten Voraussetzungen“, an die Schröder sich dankbar erinnert, spiegelt genau dieses Programm ganz offensichtlich wider.