2010er Jahre
„Märchen sind kleine Botschaften voller Wunder von einem anderen Leben, in dem sich alles ändern kann, sogar ich.“ Das sagt Heinrich Dickerhoff. Und er ist überzeugt davon, dass der Blick auf die Zeit des Mittelalters „uns helfen kann, unsere Lebens-Welt unser Denken und Fühlen zu verstehen.“ Denn manche der damals entwickelten Ideen, der „Lebens-Modelle“, würden ein Haltungs-Wissen auch für heute beinhalten. Folgerichtig hat Dickerhoff schon zu Beginn der 1990er Jahre die Märchen-Vermittlung mit in das Programm der Akademie aufgenommen; unterstützt auch durch Heinrich Siefer mit „Plattdeutschen Volksmärchen“.
1993 war auch das Jahr, in dem eine Fahrt „nach Camelot und Avalon“ ausführlich vorbereitet und organisiert wurde auf den „Spuren von König Artus“. Das keltische Britannien sollte erkundet werden auf der Suche nach dem „abendländischen Traum von Heldentum, Edelmut und Sehnsucht nach dem heiligen Geheimnis der Welt“.
Zudem wurde das Mittelalter nach und nach präsenter, letztlich sogar mit Langbogen oder Schwert in der Hand. So zum Beispiel beim Seminar „Wann ist der Mann ein Mann?“ 2015. Männerbilder „in und um uns“ sollten erkundet werden: „Wie wir Männer uns und die Welt erfahren…“; anhand von Männermärchen und eben den Übungen mit den mittelalterlichen Waffen. Dies alles auch unter der Dickerhoff-Prämisse: „Märchen wollen nicht belehren, sondern bezaubern. Sie muten uns weite Wege zu, aber sie er-innern ein tiefes Vertrauen in den guten Grund des Lebens, laden uns ein zu neuen Sichtweisen und erschließen verschüttete Sinn-Reserven.“