2008 – 2026
Startschuss im Februar 2008: Die Akademie lud regionale „politische Entscheidungsträger“ und „meinungsbildende Persönlichkeiten“ zum ersten „Politischen Aschermittwoch“ ein. Mit einem einführenden Gottesdienst, kurzen „Denkanstößen“ und ausführlichen Gesprächen sollten gesellschaftliche Grundfragen „nachdenklich aber nicht bierernst“ diskutiert werden. Anlassgemäß zum Beginn der Fastenzeit – so hieß es in der ersten Einladung – „gibt es neben dem informellen Austausch auch ein Heringsessen.“
Immerhin war Niedersachsens Wissenschafts- und Kulturminister Lutz Stratmann der erste Redner der Veranstaltung, der sich der damals virulenten Frage widmete: „Brauchen wir eine Leitkultur?“ Er verwies in seinen Kernaussagen darauf, dass eine Gesellschaft sich auf „unantastbare Prinzipien des Zusammenlebens“ einigen müsse: „Dazu gehört die Unantastbarkeit der Würde des Menschen, das Recht auf individuelle Selbstbestimmung, Anerkennung der
Religionsfreiheit, Gleichberechtigung und Gleichachtung der Geschlechter sowie die Beachtung des staatlichen Gewalt-
monopols.“ Um diese Prinzipien einhalten zu können, müsse man aber auch „Landessprache und Landesgeschichte“ kennen.

Dr. Marc Röbel, Geistlicher Direktor der Akademie, hatte im Vorfeld die Hoffnung ausgesprochen, dass man an einem solchen politischen Aschermittwoch die „kurzen Takte der Tagespolitik“ verlassen könne und über bestimmte Themen „ein längeres Nachdenken beginnt“; das es möglich sein könne, „zukunftsweisende Diskussionen anzustoßen.“
Diese Form des Austausches an der Akademie über gesellschaftliche und politische Fragen hat sich bis heute als sehr erfolgreich erwiesen. So kam unter anderem im Jahr 2010 der Bundesgesundheitsminister und frühere Minister für Wirtschaft und Arbeit in Niedersachsen, Dr. Philipp Rösler, nach Stapelfeld, um in einer Zeit anhaltender wirtschaftlicher Verwerfungen über Grenzen und Möglichkeiten freier Märkte zu diskutieren. Im aktuellen Jahr 2026 war es der Aufsichtsratsvorsitzende der Big Dutchman AG Bernd Meerpohl, der klare Worte fand, um nicht nur für den Bereich der Landwirtschaft „Vorstellungen für die Zukunft“ zu entwickeln: „Kein Unternehmen wächst international, ohne Vorstellungen von Zukunft. Keine Region bleibt lebendig ohne Mut zum Vorausdenken!“