Umbruchzeiten in der Akademie

2006 / 2007

Die 2000er Jahre brachten einen grund­legenden Wandel in den personellen sowie organisatorischen Strukturen und in den Programmen der Akademie mit sich. Dr. Günter Wilhelms, seit 1998 Direktor der Einrichtung, verabschiedete sich 2004; er war auf den Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre an der Universität Paderborn berufen worden. Die zunächst kommissarische Leitung der Akademie übernahmen Dr. Heinrich Dickerhoff und Dr. Martin Feltes. 

Ende 2002 war zudem nach einer mehr­jährigen Vakanz Stefan Jürgens zum neuen Geistlichen Rektor ernannt worden. Jürgens, gebürtig aus Steinfurt-Borghorst, war 1994 zum Priester geweiht worden und zuvor Pfarrer in Handorf-Langenberg sowie Landesjugendseelsorger im Offizialat gewesen. Zudem, so die Erwartungen an ihn, sollte er die Akademiearbeit durch sein musika­lisches Können bereichern.

Wenige Jahre später ergaben sich dann erneute Veränderungen. Das Kuratorium der Kardinal von Galen Stiftung unter der Leitung von Professor Dr. Franz Bölsker aus Vechta hatte sich 2006 für eine Aufteilung der Führungsaufgaben entschieden. So wurde Dr. Heinrich Dickerhoff zum Pädagogischen Direktor ernannt. Die Geschäftsführung der Akademie übernahm Anfang 2007 der gebürtige Lohner Willi Rolfes. Der Diplom-Sozialpädagoge hatte seine berufliche Laufbahn beim Offizialat in Vechta begonnen. Hier leitete er unter anderem das bischöfliche Jugendamt und war anschließend bis Ende 2006 als stellvertretender Leiter in der Abteilung Seelsorge tätig.

2006 hatte auch Stefan Jürgens die Akademie verlassen; er wurde neuer Pfarrer von Stadtlohn. Nach relativ kurzer Vakanz übernahm im Mai 2007 Dr. Marc Röbel die Position des Geistlichen Direktors. Der gebürtige Bocholter hatte in Münster und Freiburg Theologie studiert sowie in Trier im Fach Philosophie promoviert. Hier wurde er auch 2022 habilitiert und zum Privatdozenten für philosophische Grundfragen ernannt. An der Universität Vechta ist er Verwalter der Professur für Systematische Theologie.

Mit dem personellen Umbruch einher ging auch eine Neugestaltung der Akademie­programme. So entschieden sich die Verantwortlichen für eine Umstellung von den bisherigen Halbjahresprogrammen auf Jahresprogramme, die sich seit dieser Zeit jeweils am Ablauf des Kirchenjahres (Anfang Dezember bis Ende November) orientieren. Zudem erhielten diese Programme jeweils ein „Jahresthema“, das sich auch in Veranstaltungen widerspiegelt. Die Programmhefte selbst wurden in Umfang und Gestaltung völlig erneuert.

„Zeit-Weise“, so hieß es gleich zu Beginn. Wie auch die in den Jahren danach folgenden Titel der Programmhefte ist diese
Zusammensetzung mehrdeutig: „Auf ganz unterschiedliche Weise erscheint uns die Zeit!“ So kann man sie als Lebenszeit deuten, als „Zeit-Geist“ oder als „Zeitpunkt des rechten Augenblicks“.

Nach dem ersten „neuen“ Bildungsjahr konnte Akademiedirektor Dr. Dickerhoff konstatieren, dass das Programm „so wohlwollend aufgenommen worden ist, dass wir Ihnen unsere Arbeit und unser Angebot weiterhin in dieser Form vorstellen wollen.“ Und: Die drei Stapelfelder Bildungs­angebote seien „zusammengewachsen“, die Zusammenarbeit von Akademie, Umweltzentrum und Bildungshaus „Emmaus“ habe sich bewährt.