Zentrum für Umweltfragen

1992

Zu Beginn der 1990er Jahre erhielten Umwelt- und Ökologiefragen eine immer größer werdende Bedeutung in der gesellschaftlichen Diskussion. Die Stapelfelder Akademie reagierte darauf. So kam 1990 mit Dr. Michael Schlitt (im Foto stehend) ein Dozent an das Haus, der im Bereich Umweltethik promoviert hatte und den Fachbereich Wirtschaft/Ethik/Umwelt übernahm. Ein Jahr später stieß Bernd Kleyboldt aus Ahaus zum Team, der sich – unter anderem – ebenfalls mit Themen wie Umweltkommunikation, nachhaltige Entwicklung und Gartenkultur befasste.

Kleyboldt, Dozent in Stapelfeld bis 2018, erinnert sich, dass in der Heimvolkshochschule, auch gefördert durch Dozenten wie Werner Nilles, die Fragen nachhaltiger Entwicklung schon länger intensiv diskutiert und Kontakte bis ins Ausland geknüpft wurden; es ging um Entwicklungspolitik, internationale Solidarität, später dann verstärkt auch um den Erhalt der Umwelt und der ökologischen Vielfalt vor Ort.

Dieser Bewegung verdanke das Stapelfelder Umweltzentrum seine Existenz, so Kleyboldt, denn Anfang der 90er Jahre habe das Land Niedersachsen die Förderung der Umweltbildung direkt vor Ort propagiert: „Die Akademie hatte dafür ein offenes Ohr“. Das Umweltzentrum Oldenburger Münsterland, gemeinsam mit den Landkreisen Cloppenburg und Vechta 1992 ins Leben gerufen, fand dann seinen Sitz in der im Jahr 1995 entsprechend dafür umgebauten früheren Stapelfelder Schule. 

„Unterstützt wurden wir auch“, so Kleyboldt, „von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück und arbeiteten zeitweise mit dem Naturschutz-Informationszentrum Haus im Moor in Goldenstedt zusammen.“ Wichtig sei zunächst einmal die schulpädagogische Arbeit gewesen; auch deshalb entstand – bis heute hin wirkend – eine enge Kooperation mit Schulen aus der Region und es gab und gibt die Mitarbeit von Lehrerinnen und Lehrern im Rahmen der Umweltbildung.

„Wir haben uns zudem die Frage gestellt“, sagt Bernd Kleyboldt, „wo die ganz persönlichen Zugänge der Menschen im Bereich Umwelt sind. Auch daraus entstand die Beschäftigung mit der Gartenkultur.“ Es gab Tage der offenen Tür, Informationen zu ökologischen Heizsystemen oder auch Gruppenreisen unter anderem zu Gärten in den Niederlanden oder in Großbritannien: „Die Nachfrage war insgesamt sehr gut und ich verbinde damit sehr schöne Erinnerungen.“