2005
Am 9. Oktober 2005 wurde der in Dinklage geborene Kardinal Clemens August Graf von Galen in Rom selig gesprochen. Das war auch für das Stapelfelder „Kardinal-von-Galen-Haus“ ein besonderer Anlass, den Namensgeber besonders zu würdigen. Dabei stellten das Dozententeam und Stefan Jürgens als Geistlicher Rektor die Erinnerung an von Galen in Beziehung zu aktuellen gesellschaftlichen Diskussionen und Strömungen.
Galen, so hieß es, sei „unbestreitbar eine herausragende Gestalt der deutschen Kirchengeschichte des 20. Jahrhunderts wie auch der des Oldenburger Münsterlandes gewesen“. Aber: „Er war nicht ,glatt‘, sondern sperrig und kantig.“ Er sei Kind seiner Zeit gewesen, „und doch stemmte er sich gegen die so menschenverachtende, die angeblich zeitgemäße nationalsozialistische ,Kultur des Todes‘.“
Und so gehe es der Akademie auch eher um die Frage, „was seine ,Widerständigkeit‘ uns heute sagt“. Die genannte „Kultur des Todes“ sei zwar nicht mehr staatlich verordnet, „durchzieht sie nicht aber unterschwellig unsere Gesellschaft?“ Solche und weitere Fragen wurden dann auch im Programm thematisiert. Zudem gab es eine Vortragsreihe im September und Oktober mit drei Veranstaltungen speziell zur Seligsprechung.
Im März 2006 folgte dann unter dem Obertitel „Streitfall Galen“ eine Wochenendtagung mit namhaften Referenten unter der Leitung von Dr. Heinrich Dickerhoff und des Galen-Experten Professor Dr. Joachim Kuropka von der Universität Vechta. Hier sollten „kritische Anfragen der Galenforschung“ aufgegriffen und zudem mit neu erschlossenen Quellen weitere „Akzente seines Lebens und Wirkens“ beleuchtet werden.