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Ist der Mensch gut oder schlecht?

Ist der Mensch gut oder schlecht?

Diskussion über grundlegende theologische Fragen in Stapelfeld – Ist der Mensch schlecht? Der deutsche Schriftsteller Paul Baehr hat darauf eine fast vergnügliche Antwort gefunden: „Ja, teurer Freund, du hast sehr recht: Die Welt ist ganz erbärmlich schlecht, ein jeder Mensch ein Bösewicht. Nur du und ich natürlich nicht.“ Manche Theologen sprechen in diesem Zusammenhang immer noch von Erbsünde. Für viele Christen ist das aber ein Begriff, der auf den Müllhaufen der katholischen Dogmatik gehört. Kann heute noch ernsthaft behauptet werden, die Schuld werde beim Sex vererbt, auch neugeborene Kinder seien von der Sünde umfangen und überhaupt die Natur des Menschen radikal verdorben? Wohl kaum.

Andererseits nehmen viele Menschen – religiöse und nicht religiöse, Christen und Gläubige anderer Religionen – heute mehr als deutlich wahr, wie jeder einzelne Mensch und die Welt als ganze in Schuld verstrickt sind. Als Mensch zu leben schließt immer Unheil, Zerstörung und Ungerechtigkeiten ein. Und die Erfahrung, anderen Leid zuzufügen oder ihnen etwas schuldig zu bleiben. Haben auch diese Erfahrungen etwas mit der theologischen Lehre von der ‚Erbsünde‘ zu tun?

Über die Frage nach der Erbsünde möchte die Katholische Akademie Stapelfeld unter Leitung des Theologie-Dozenten Dominik Blum in einer neuen Reihe mit Interessierten ins Gespräch kommen. Auftakt dafür ist ein Seminar, das vom 31.01. bis zum 01.02. in der Akademie stattfindet. Unter dem Hashtag #theologisch.klar sollen in Zukunft weitere kontroverse Themen aus dem Bereich von Religion, Glauben und Theologie diskutiert werden.

Information und Anmeldung bei Jutta Gövert unter Tel. 04471-188 1132 bzw. jgoevert@ka-stapelfeld.de - (Foto: pixabay)

Dickens Weihnachtsgeschichte vor ausverkauftem Haus

Dickens Weihnachtsgeschichte vor ausverkauftem Haus

Wo sind die Lagerfeuer dieser Zeit? Am gestrigen Abend flackerte eines in der Katholischen Akademie Stapelfeld auf.

Die Akademie hatte zusammen mit dem Theater ex libris zur Lesung der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens eingeladen. Über 200 Zuhörer stimmten sich im ausverkauften Forum auf Weihnachten ein. Sie folgten gespannt der Geschichte des kaltherzigen Geldverleihers Ebenezer Scrooge, dem Weihnachten und Nächstenliebe nichts bedeutet. Die schaurigen Begegnungen, die er jedoch in der Nacht vor Weihnachten hat, verändern sein Leben für immer. Die Geschichte um Ebenezer Scrooge ist schon vielfach adaptiert worden – doch das Theater ex libris las direkt aus dem Original in der deutschen Übersetzung. Es war eine Freude zu erleben, wie die fünf Schauspieler mit Hingabe in zwanzig verschiedene Rollen schlüpften und das Publikum mit der Kraft der Worte und Phantasie auf eine zweistündige literarische Reise mitnahmen.

Und wie es bei einem „Lagerfeuer“ üblich ist, klang der gelungene Abend mit einem gemeinsam mit dem Publikum gesungenen adventlichen Lied aus.

Fotos: Willi Rolfes

Anmeldung für Weiterbildung Chorklassenleitung in vollem Gang

Anmeldung für Weiterbildung Chorklassenleitung in vollem Gang

Katholische Akademie Stapelfeld empfängt Lehrkräfte aus ganz Niedersachsen – Niedersachsenweit verbreitet sich das Modell der Chorklassen an Grundschulen, aber auch in 5. und 6. Klassen von Gymnasien und Gesamtschulen. Gerade im Oldenburger Münsterland schätzt man diese besondere Form des Klassenmusizierens, die Schüler in ihrer musikalischen und sozialen Kompetenz fördert und darüber hinaus zur Profilbildung einer Schule beiträgt. Daher besteht hoher Bedarf für die einjährige Weiterbildungsmaßnahme, die Lehrkräfte mit Studien- oder Neigungsfach Musik dazu befähigt, Chorklassen aufzubauen und zu unterrichten. Der nächste Durchgang findet von Februar 2020 bis März 2021 in der Katholischen Akademie Stapelfeld statt und umfasst 5 x 4 Tage inklusive Zertifikationsmodul.

Die Kosten für Seminareinheiten, Unterkunft, Verpflegung und Anreise werden vom Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) getragen. Von der Stiftung Singen mit Kindern im Landkreis Cloppenburg erhalten alle Teilnehmenden ein umfangreiches Medienpaket für die Chorklassenarbeit. Weitere Informationen finden sich in der VeDaB, der Veranstaltungsdatenbank des NLQ, sowie im Schulverwaltungsblatt.

„Demokratiegefährdung kommt aus der Mitte der Gesellschaft“

„Demokratiegefährdung kommt aus der Mitte der Gesellschaft“

Katholische Akademie und Uni Vechta stellen Demokratie auf den Prüfstand – In einer hochkarätig besetzten zweitägigen Fachtagung, zu der die Katholische Akademie Stapelfeld (KAS) in Kooperation mit der Universität Vechta und der Deutschen Gesellschaft zur Erforschung des politischen Denkens eingeladen hatte, wurde am vergangenen Wochenende die globale Krise der Demokratie intensiv diskutiert.

Noch vor wenigen Jahrzehnten sei in den westlichen und vor allem den europäischen Staaten die Konkurrenzlosigkeit der demokratischen Regierungsform unstrittig gewesen, betonte Dr. Martin Feltes, pädagogischer Direktor der gastgebenden KAS. Mit Blick auf die politische und auch religiöse Radikalisierung in weiten Teilen der Welt und auch in Deutschland sei es wichtig, diese besorgniserregenden, antidemokratischen Entwicklungen kritisch zu hinterfragen, so Dr. Feltes.

In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Peter Nitschke von der Universität Vechta konnten renommierte Referentinnen und Referenten aus der gesamten Bundesrepublik gewonnen werden, die die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen sowohl unter historischen und philosophischen sowie politik- und rechtswissenschaftlichen Aspekten analysierten.

„Der Prozess der Demokratiegefährdung kommt aus der Mitte der Gesellschaft“, betonte Prof. Dr. Nitschke, der in seinem Vortrag „Die Demokratie und ihre Feinde – vom Wettkampf mit der Diktatur“ vor einem zunehmenden Populismus warnte. Anhand des globalen DemokratieIndex von „Freedom House“ zeigte der Politikwissenschaftler auf, dass die Demokratien weltweit auf dem Rückzug seien. Autokratische Staaten und Diktaturen würden zunehmend die Weltpolitik bestimmen. Auch in Europa warnte Prof. Dr. Nitschke vor zunehmenden antidemokratische Tendenzen. Vorangetrieben durch die Globalisierung würde diese Entwicklung durch gezielte Stimmungsmache in den Sozialen Medien, in denen sich ungehindert Falschmeldungen sowie politische und gesellschaftliche Hetze ausbreiten, auf fruchtbaren Boden stoßen. Mit Blick auf Donald Trump und seiner Ignoranz gegenüber politischen und ethischen Grundsätzen der Demokratie stellte er die Frage: „Ist das noch ein demokratisch agierender Präsident?“ Fundamentalismus in all seinen Ausprägungen sei die größte Herausforderung für die Demokratie, machte Prof. Dr. Nitschke deutlich und warf die Frage auf, ob der Islam mit der demokratischen Grundordnung vereinbar sei, da seiner Ansicht nach „der Islam die religiöse Begründung für den politischen Islamismus“ liefere.

Aufklärung und eine verstärkte politische Bildung in Schulen und auch in der Erwachsenenbildung seien wichtige Faktoren, um die demokratische Grundordnung zu stärken, so Prof. Dr. Nitschke und forderte mehr und frühzeitigen Politikunterricht.

Des Weiteren referierte Prof. Dr. Karl-Heinz Nusser von Ludwig-Maximilians-Universität München über „Die demokratische Öffentlichkeit und das Gewissen“. Dr. Eva Odzuck von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen sprach über „Liberale Eugenik als Gefährdung der Demokratie“ und Dr. Oliver Kozlarek von der Universität Vechta gab einen Einblick in „Demokratie, Identität und Moderne in Mexiko“. Kurzfristig konnte Dr. Sven Schönfelder vom niedersächsischen Verfassungsschutz als Referent gewonnen werden. Er sprach über den „Rechtsextremismus im Wandel der Gesellschaft“. Prof. Dr. Barbara Zehnpfennig von der Universität Passau warnte eindringlich vor der „Bedrohung von Innen. Strukturelle Probleme der Demokratien“. Prof. Dr. Tilo Schabert von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen ging der Frage nach: „Die Seele und ihre Verfassungen. Was ist es, das sie von der demokratischen Geschichte erzählt?“

Foto: S. Lünnemann

Jost Wischnewski – Abbau. Interpretation einer Wirtschaftslandschaft

Jost Wischnewski – Abbau. Interpretation einer Wirtschaftslandschaft

Fotoausstellung – Mit den Themen Zukunft und Heimat setzten sich auf Einladung der Katholischen Akademie Stapelfeld (KAS) und in Kooperation mit dem Emsland Moormuseum im Rahmen der Tagung „Wohin gehst du Heimat?“ renommierte Experten verschiedener Fachrichtungen auseinander und gaben wichtige Impulse für eine zukunftsfähige Gestaltung der nordwestdeutschen Region – der Heimat der Hochmoore.

Der Bildhauer und Fotograf Jost Wischnewski war zur Eröffnung der begleitenden Fotoausstellung „Abbau. Interpretation einer Wirtschaftslandschaft“ eigens angereist und stellte den interessierten Gästen faszinierende Bilder aus dem Teufelsmoor vor. Das Moor hat schon immer die Fantasie der Menschen beflügelt. Unheimliche Nebelschwaden in einer auf den ersten Blick kargen und lebensfeindlichen Landschaft sorgten dafür, dass die Menschen dem Moor fernblieben. Lange Zeit war es ein unheimlicher Ort, in dem nach alten Geschichten und Sagen Gespenster, Hexen und Irrlichter ihr Unwesen trieben. In den letzten Jahrzehnten wurden weite Teile der Hochmoorflächen trockengelegt, kultiviert und besiedelt.

Seit fast 15 Jahren beobachtet der Künstler Jost Wischnewski die Entwicklung der Kulturlandschaft Moor und dokumentiert mit seinen Bildern den massiven Eingriff des Menschen in einen einzigartigen Lebensraum. „Die künstlerische Qualität dieser Fotografien wird erzielt durch eine kalkulierte Bildkomposition, durch außergewöhnliche Perspektiven, das lebendige Spiel von Licht und Schatten sowie durch das Prinzip der Reduktion auf das Wesentliche“, betont Dr. Martin Feltes, Kunsthistoriker und Pädagogischer Direktor der KAS zur Einführung in die Ausstellung.

Ein mit schweren Wolken verhangene Himmel und der Blick in die weite norddeutsche Landschaft stehen im starken Kontrast zu den schweren Maschinen und Baggern, die den Boden aufreißen und ihre tiefen Spuren im moorigen Untergrund hinterlassen. In seinen Bildern hält Wischnewski die morbide und geheimnisvolle Atmosphäre dieser einmaligen Landschaft fest und dokumentiert zugleich, wie eine faszinierende Kulturlandschaft unwiederbringlich zerstört wird.

Ergänzt wird die Ausstellung, die zuvor bereits im Emsland Moormuseum zu sehen war, durch vier Bilder, die in Zusammenarbeit mit dem Gymnasium Marianum Meppen entstanden sind. Sie stehen exemplarisch für mehr als 100 Arbeiten, die sich im Rahmen eines Kunstprojektes auf kreative Weise mit dem Thema „Moor“ auseinandergesetzt haben.

Die Ausstellung ist noch bis zum 31.12.2019 in der Katholischen Akademie Stapelfeld zu sehen.

Foto: W. Rolfes

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